Begegnung

Dorfgeschichten

– Die Begegnung mit einem Hiesigen –


Eine Erzählung

von

Heinz Schössow

© 2016 by K.H.(Heinz) Schössow

Alle Rechte vorbehalten

Er sitzt vor seinem Haus in einem mit Kissen ausgepolsterten Kunststoff-Gartenstuhl, auf den ersten Blick wirkt er etwas abweisend, vom Alter- und schwerer Arbeit gedrückt.

Aus neugierig-listigen, dunklen Augen, mustert er mich ganz genau, er hat die Arme entspannt in seinem Schoß liegen, seine Jacke, sein Hemd, seine Hose, alles blau.

Beim ersten “Grüß Gott, ich bin der Neue hier im Ort“, fängt er sofort zu reden an und spricht “ ich weiß, dass haben wir schon mitbekommen, sie kommen ja aus Bayern?“ “Jo…und en scheener Hund hon se do… ei, ich bin der Alfons“ ,stellt er sich vor- steht auf, mit der Versicherung, dass er gleich wieder da ist und verschwindet in seinem Haus um alsbald mit einer Flasche Zwetschgenbrand und zwei Schnapsgläsern wieder heraus zu kommen.

Freudestrahlend schenkt er die Gläser voll und erklärt mir stolz, dass dieser Schnaps von seinen Zwetschgen in einer nahegelegenen Destillerie gebrannt wird.

Wir plaudern ein wenig- wo ich denn genau herkomme und was ich ausgerechnet hier mache, entfährt es ihn.

“Wie kommen Sie denn grad in dieses Dorf‘, hier ist doch ned viel los?!‘, will er wissen. “Das ist eine längere Geschichte, die ich Ihnen dann irgendwann mal erzähle“, erwidere ich ihm.

Mittlerweile haben wir die Gläser zum dritten mal geleert, als es mir beim vierten Glas voller Bewunderung entfährt- “mei, der is ja sauguat, Fonsi“, denn inzwischen sind wir beim Du angelangt.

Dieses Diminutiv – (Alfons…Fonsi, Hans..Hansi) wird in Bayern-aber auch in Österreich, sehr gerne bei näherer Bekanntschaft, automatisch angewendet und so wird es auch von mir gepflegt.

Der Fonsi erklärt mir, “das Besondere an diesem Brand ist, dass die Destillerie keine fauligen Früchte annimmt, es darf nur Topware angeliefert werden, die dann für eine bestimmte Zeit gemaischt und dann zu Brand veredelt wird.

Eime Top-Qualität, die sich durch einen wunderbaren Duft und dem runden Geschmack am Gaumen beweist.

Servus Fonsi,

aus is, gar is, schod das war is…. bis zum nächsten mal… und danke für die nette Begegnung!

Unser Gemeindearchiv

Seit Oktober 2010 offiziell – zuvor rein privat – führe ich ehrenamtlich für die Ortsgemeinde Sien das Gemeindearchiv. Nach Bekanntwerden meines sehr schönen aber auch zeitintensiven, meist sich auf die Wintermonate begrenzten Hobbys wurden mir sehr interessante, teils schon vergessene Gegenstände zu Treuen Händen übergeben. Unglaublich was alles über Jahrzehnte auf den Siener Speichern der Nachwelt erhalten geblieben ist. weiterlesen Unser Gemeindearchiv

„Die dick Ääsch uff Schpitzisch“

Spitzig heißt der bewaldete Hügel, der sich – nur durch den schmalen Flurstreifen im Strieth getrennt – in unmittelbarer Nachbarschaft zum Gerhardsberg befindet. Seine äußere Form verlieh ihm den Namen. Es handelt sich um eine spitz zulaufende Erhebung.
An seinem Hang steht der wohl älteste Baum der Siener Gemarkung: eine Eiche, deren Alter ein Baumchirurg um 1980 auf nahezu 500 Jahre schätzte. weiterlesen „Die dick Ääsch uff Schpitzisch“